Was Eltern in wilder Ehe beachten sollten


Während viele Aspekte des Familienlebens verheirateter Eltern im Zivilgesetzbuch geregelt sind, müssen Unverheiratete die Rechte und Pflichten zwischen ihnen und den Kindern auf andere Weise vereinbaren. Denn gemeinsame Kinder nichtverheirateter Paare werden gesetzlich noch immer anders behandelt als Kinder verheirateter Paare. Daher möchte ich in diesem Blogbeitrag künftigen Eltern ohne Trauschein eine kleine Übersicht zu den wichtigsten rechtlichen Punkten geben.


Vaterschaftsanerkennung Das Verwandtschaftsverhältnis zwischen Kind und Vater entsteht durch die Ehe mit der Mutter von Gesetzes wegen. Oder bei unverheirateten Eltern durch die Vaterschaftsanerkennung. Diese kann vor oder nach der Geburt beim Zivilstandsamt erklärt werden. Mit der Anerkennung als rechtlicher Vater ist der Mann unterhaltspflichtig, Kind sowie Vater sind erbberechtigt und haben Anspruch auf persönlichen Kontakt zueinander.


Vaterschaftsurteil Weigert sich der Vater, auf dem Zivilstandsamt sein Kind anzuerkennen, hat das Kind rechtlich gesehen keinen Vater. Die Mutter muss in diesem Fall selbst für den Unterhalt des Kindes aufkommen. Die Mutter kann jedoch innert eines Jahres nach der Geburt und das Kind bis ein Jahr nach Erreichen der Volljährigkeit eine Vaterschaftsklage einreichen. Bei Gutheissen der Klage wird der Vater in das Zivilstandsregister eingetragen.


Sorgerecht Bei unverheirateten Eltern erhält grundsätzlich die Mutter die alleinige elterliche Sorge. Dies gilt auch bei einer Vaterschaftsanerkennung. Deshalb ist es ratsam im Rahmen der Kindesanerkennung ebenfalls eine Erklärung über die gemeinsame elterliche Sorge mit der Mutter einzureichen. Dies kann auch zu einem späteren Zeitpunkt bei der Kindesschutzbehörde erfolgen.


Kindesunterhaltsverträge Spätestens bei einer Trennung sollte ein Unterhaltsvertrag für das Kind geschlossen werden. Dieser regelt die Kinderbelange wie Besuchsrecht, Geldzahlungen, Erziehung etc. Er hält zudem fest, welches Einkommen Mutter, Vater und Kind besitzen und welche Geldbeträge vom Unterhaltsschuldner bezahlt werden. Bei Einigkeit der Eltern kann der Unterhaltsvertrag gemeinsam erstellt und der KESB zur Genehmigung geschickt werden. Diese Genehmigung ist wichtig, denn nur so wird eine allfällige Durchsetzung sowie der Zugang zu Alimentenhilfe erst möglich. Wenn ein gemeinsamer Vertrag nicht möglich ist, muss für die Regelung das Gericht angerufen werden.

Konkubinatsvertrag Unabhängig davon, ob ein unverheiratetes Paar Kinder hat, ist ein Konkubinatsvertrag zu empfehlen. Dieser regelt das Zusammenleben. Der Inhalt kann frei gewählt werden. Zum Beispiel kann er Regelungen enthalten über das Haushaltsbudget, die Aufgabenteilung oder welches Mobiliar wem gehört. Ein solches Dokument kann bei einer allfälligen Trennung hilfreich sein. Zu berücksichtigen ist, dass bei einem Konkubinat im Gegensatz zur Ehe kein gesetzlicher Erbanspruch besteht und die Partner keine gesetzlichen Vertretungsrechte haben. Deshalb rate ich bei Konkubinaten zu einer Beratung bei einem Notar bezüglich Erbverträge, Testament, Patientenverfügung und Vorsorgeauftrag.

Gerne unterstütze ich dich beim Erstellen und Prüfen von Unterhaltsverträgen sowie dem Berechnen des Kinderunterhalts. Daniela Roth

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