Wo entsteht der CO2-Verbrauch eines Handys?
Über mehrere Phasen und Lebenszyklen hinweg verteilt sich der CO2-Ausstoss eines Smartphones. Diese Emissionen fallen vor allem auf bestimmte Bereiche.
Wichtigste Emissionstreiber im Überblick:
- - Herstellung und Rohstoffabbau: Rund 70 bis 80 Prozent des gesamten CO2-Verbrauchs eines Handys entstehen bereits, bevor sie überhaupt genutzt werden. Beschäftigst du dich mit der Frage, aus was Handys gemacht werden, stösst du schnell auf seltene Erden, Metalle, energieintensive Chipproduktion und komplexe Fertigungsprozesse. Diese Materialien treiben die Bilanz nach oben.
- - Transport und Logistik: Smartphones legen oft tausende Kilometer zurück, bevor sie bei uns im Verkauf landen. Der Transportweg verursacht zusätzliche Emissionen, bleibt im Vergleich zur Produktion jedoch geringer.
- - Nutzung im Alltag: Stromverbrauch beim Laden, mobile Datennutzung und Cloud-Dienste erzeugen ständig Emissionen. Ihr Anteil fällt jedoch im Lebenszyklus eines Gerätes moderat aus.
- - Entsorgung und Recycling: Die unsachgemässe Entsorgung erhöht den Ressourcenverlust. Fachgerechtes Recycling reduziert den Bedarf an neuen Rohstoffen und senkt langfristig Emissionen.
Diese Aufteilung zeigt klar: Der ökologische Schwerpunkt liegt in der Entstehung des Geräts. Die tägliche Nutzung ist hingegen weniger relevant.
Wie viel CO2 verbraucht ein Handy über seinen gesamten Lebenszyklus?
Die Frage „Wie viel CO2 verbraucht ein Handy“ lässt sich anhand von Analysen gut beantworten: im Durchschnitt zwischen 60 und 80 Kilogramm CO2-Äquivalente über die gesamte Nutzungsdauer hinweg¹. Es ist aber auch von Modellklasse und Ausstattung abhängig.
Eine realistische Einordnung sieht so aus:
- - Produktion: ca. 50–55 kg CO2e
- - Transport & Vertrieb: ca. 5–10 kg CO2e
- - Nutzung über mehrere Jahre: ca. 10–15 kg CO2e bei 4 Jahren Nutzung (entspricht etwa 2–5 kg CO2e pro Jahr)
- - Entsorgung & Recycling: ca. 1–3 kg CO2e
Diese Grössenordnung deckt sich mit aktuellen Nachhaltigkeitsbetrachtungen aus der Schweizer Telekom- und Elektronikbranche. Wichtig hierbei ist, dass die Gesamtdauer der Nutzung betrachtet wird und nicht nur einzelne Features.
Warum die Nutzungsdauer den CO2-Verbrauch massiv beeinflusst
Ein Handy, das bereits nach zwei Jahren durch ein neues Modell ersetzt wird, verursacht pro Nutzungsjahr höhere Emissionen als ein Gerät, das vier oder fünf Jahre im Einsatz bleibt. Der CO2-Verbrauch des Handys verteilt sich mit jedem zusätzlichen Jahr effizienter.
Eine längere Nutzung wirkt gleich mehrfach positiv:
- Produktions-Emissionen verteilen sich auf mehr Jahre
- Neuproduktion wird hinausgezögert
- Recyclingprozesse lassen sich gezielter einsetzen
Möchtest du generell nachhaltiger leben, erkennst du, dass es in dem Bereich einen wirkungsvollen Hebel gibt. Bereits eine Verlängerung der Nutzungsdauer um ein Jahr senkt den jährlichen CO2-Ausstoss spürbar. Darin liegt der grösste Hebel für einen nachhaltigeren Umgang mit Smartphones.
Wie stark beeinflusst die Handynutzung den CO2-Verbrauch im Alltag?
Der CO2-Verbrauch durch die Handynutzung variiert und hängt vom individuellen Verhalten der Nutzenden ab. Streaming, Cloud-Backups und datenintensive Apps erhöhen zwar den Energiebedarf, bleiben jedoch im Vergleich zur Herstellung zweitrangig.
Typische Faktoren im Alltag sind:
- - Videostreaming über mobile Netze
- - häufige Cloud-Synchronisation
- - dauerhaft aktive Ortungs- und Hintergrunddienste
- - hohe Display-Helligkeit
Durch einen bewussten Umgang wird der laufende Energieverbrauch gesenkt, ersetzt jedoch nicht den wichtigen Faktor Lebensdauer. Nachhaltigkeit hinsichtlich des Mobilgerätes entsteht vor allem durch eine langfristige Nutzung.
Wie umweltschaedlich sind Handys im Vergleich zu anderen Alltagsgeraeten?
Trotz ihrer kompakten Grösse verursachen Smartphones einen höheren CO2-Ausstoss als viele grössere Haushaltsgeräte über mehrere Jahre Nutzung. Das ist erstaunlich und überrascht viele Leute.
Einordnung im Alltag:
- - Ein Smartphone verursacht über seinen Lebenszyklus mehr CO2 als ein moderner Kühlschrank im gleichen Zeitraum.
- - Der Grossteil der Emissionen entsteht unsichtbar vor dem Kauf.
- - Kurze Produktzyklen verstärken den Klimaeffekt zusätzlich.
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- Der ökologische Fussabdruck eines Handys bleibt damit grösser, als viele vermuten. Da die wichtigsten Faktoren im Vorfeld stattfinden und unsichtbar bleiben, denken viele Leute nicht daran.
Reparieren, weitergeben, weiterdenken: CO2-Verbrauch beim Handy senken
Reparaturen, Wiederverwendung und Zweitnutzung verlängern den Lebenszyklus des Mobilgerätes und senken den durchschnittlichen CO2-Verbrauch deutlich. Somit ist klar: Nachhaltigkeit endet nicht mit dem ersten Defekt. Noch wirksamer wird es, wenn du dich für ein aufbereitetes Gerät entscheidest. Ein refurbished Handy von jusit spart im Schnitt rund 77 Prozent CO2e im Vergleich zu einem Neugerät ein, da die energieintensive Neuproduktion wegfällt und vorhandene Ressourcen weiter genutzt werden². Das macht Second‑Life‑Modelle zu einer der effektivsten Massnahmen, um den eigenen digitalen Fussabdruck spürbar zu reduzieren.
Wirksame Massnahmen im Überblick:
- - Austausch von Akku oder Display statt Neukauf
- - Weiterverkauf oder Weitergabe funktionstüchtiger Geräte
- - Nutzung geprüfter Second-Life-Modelle
- - fachgerechtes Recycling am Lebensende
Jede dieser Entscheidungen reduziert den Bedarf an energieintensiver Neuproduktion und verbessert die Gesamtbilanz. Gleichzeitig stärkt sie die Kreislaufwirtschaft – ein entscheidender Schritt, um den CO2‑Verbrauch von Smartphones langfristig zu senken und nachhaltiger zu handeln.
CO2-Verbrauch verstehen und bewusster entscheiden
Ein Smartphone begleitet den Alltag ständig, wobei seine Klimawirkung meistens verborgen bleibt. Wer den CO2-Verbrauch des Handys kennt, kann bewusste Entscheidungen treffen. Nicht das neueste Modell entscheidet über Nachhaltigkeit und den CO2-Verbrauch des Handys, sondern die Frage, wie lange ein Gerät genutzt wird und wie es danach weitergeht.